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Klettersteig auf die große Cirspitze

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Kürzerer Klettersteig mit Abenteuerfeeling am Grödner Joch in Südtirol.

Die große Cirspitze​​

Es ist Juni 2020, ein sonniger Tag und wir entscheiden uns auf die große Cirspitze “Gran Cir” zu wandern. Von Freunden haben wir gehört, dass es für einen Kurzurlaub in Südtirol perfekt sein soll, da es weder eine lange noch eine schwierige Wanderung sei, der Klettersteig gut zu bewältigen sei und man nur etwa einen halben Tag einplanen müsse. Der Wanderweg zur große Cirspitze ist auf die Südseite ausgerichtet wodurch man 90% in der Sonne wandert und dadurch eine Wanderung auch in frühen Sommermonaten möglich ist, da der Schnee auch bei 2.592 hm weggeschmolzen sein sollte.

Große Cirspitze Panorama
Panomablick auf das Grödner Joch und die Sella

Als wir auf dem Parkplatz Grödner Joch ankommen (von Gröden und vom Gardertal zu erreichen) sind es angeblich 15 Grad aber durch die Höhe wärmt die Sonne so stark, sodass wir im T-Shirt unsere Wanderung beginnen. Bereits das Panorama vom Parkplatz ist so schön, dass wir bereits erahnen können wie viel schöner es wird, wenn wir erst mal oben sind: auf Augenhöhe mit den Bergen die wir grade von unten bestaunen und eine weitere Sicht auf die Berge, die sich noch hinter der Cir verbergen. 

Es ist 10:00 Uhr und wir wandern los, der Beschilderung Weg Nr. 2 Cir Joch / Grande Cir folgend, sind wir nach circa 30 Minuten Geröllweg (meine liebste Art von Wanderwegen) bereits relativ hoch oben. Während der Weg am Anfang sehr einfach und klar zu erkennen ist wird es oben schon etwas spannender: Das Geröll kann Wege verschieben, sodass man immer wieder auf die roten Punkte auf den Steinen achten sollte, um nicht vom Weg abzukommen.

Großen Cirspitze Kletterstetig
Beginn des Klettersteigs

Nun sind wir am ersten von zwei Klettersteigpunkten angekommen und die Vorfreude ist riesig! Manch geübter Klettersteiger geht ganz ohne Klettersteigausrüstung, was zu verstehen gibt, dass dieser Klettersteig wirklich nicht schwer ist, aber dennoch an Spass und Abenteuer nichts einzubüssen hat. Der Weg geht quer ich durch den Berg, über und unter uns die Felswand (Achtung auf den Kopf!).

Ausserdem tropft an einer Stelle von der Bergdecke etwas Wasser, wodurch der Untergrund etwas rutschig wird. Wir merken gleich, dass diese Wanderung technisch nicht schwierig wird aber dennoch sehr interessant.

Wir seilen uns ab und sind nun wieder oben in der Sonne, die uns nun fast die ganze Wanderung begleitet. Auch wenn nun erstmal für eine gewisse Zeit keine Drahtseil mehr in Sicht ist, hat diese Wanderung dennoch Klettersteig-Charakter! An manchen Punkten kraxeln wir uns auf allen Vieren hoch, zwischen grossen Steinen und Felsstufen haben wir immer guten Halt und achten auf die roten Punkte an den Steinen die uns den Weg weisen. An der Hälfte kommen wir an einem wunderschönen Panaromapunkt an und sehen von dort aus bereits das Ziel: Das Kreuz der Bergspitze!

Es ist nicht mehr weit. Menschen die bereits auf dem Rückweg sind, kommen uns entgegen, denn Hin-und Rückweg sind derselbe. Wir seilen uns nun am zweiten Klettersteig an und wundern uns warum das Drahtseil so locker ist… 

Nun sind wir fast oben und mit jedem Schritt dem wir der Spitze näher kommen eröffnet sich uns ein neues Panorama: es wird nun die Seite deutlich, die vorher von dem Berg, den wir nun erklommen haben, versteckt wurde: 

Große Cirspitze Ausblick
Nordausblick von der Cirspitze

Es ist 11:30 Uhr, wir machen schnell ein Bild vom Bergkreuz und setzen uns nun für unser Mittagessen auf einen der Steine – begleitetet vom unglaublichem 360 Grad Panorama und einigen Krähen, die auf Brotkrümel warten. Wir betrachten die Sella, den Langkofel, den Schlern, die Seiseralm, den Sass Rigais, die Mondlandschaft der Puez-Geisler und die Berge im Gadertal. 🙂

Nachdem wir uns am Panorama sattgesehen haben, steigen wir nun ab und merken, dass wir beim steilen Rückweg viel Gleichgewicht und Trittfestigkeit brauchen. Ab und zu drehen wir uns um, um rückwärts abzusteigen und den Klettersteig zu erreichen. Beim Abstieg merken wir auch warum das Drahtseil vorhin so viel Spielraum gelassen hatte und uns daher so locker erschien: mit einem locken Drahtseil lässt es sich sehr gut rückwärts abseilen, fast wie beim echten Klettern! Das gibt nochmal einen kleinen Extra Kick. 😉

Wir sind nun wieder unten am Parkplatz angekommen (13:10 Uhr) und haben demnach insgesamt 3h10Min gebraucht, samt Fotos und Mittagessen. 

Wer früh los startet und von einer Wanderung nicht genug hat, kann am selben Tag weiter auf die benachbarte Cir V (Cir Cinque, Cir piccola, Kleine Cir). Die Wanderung ist kürzer (insgesamt 90 Min) und es gibt mehr Klettersteigpunkte.

Bild Karussell

Hier ein Vorgeschmack auf die Aussicht von der Großen Cirspitze samt Beschreibung der einzelnen Bergspitzen und Höhenmeter.

Ein kurzes Video dazu

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